Interview mit Michael Flügge

Name: Flügge
Vorname: Michael
Beruf/Tätigkeit: Leiter des Jesus-Projekts Erfurt
Gemeinde: Netzwerkgemeinde Erfurt

Das bedeutet es mir, Christ zu sein:
Seitdem ich Christ geworden bin (Frage: Wie wird man eigentlich ein Christ?) habe ich meinen Lebenssinn gefunden. Jetzt weiß ich, wo ich herkomme, wozu ich auf dieser Welt bin und was nach meinem Tod mit mir geschieht: Das sind meine Hoffnungen. 

So bin ich Christ geworden:
Fast 20 Jahre lang war ich in der Hölle der Drogensucht gefangen. Heroin und Kokain bestimmten mein Leben. Weder Gefängnisaufenthalte noch Therapien konnten mich von der Gier meiner Sucht „clean“ machen! Ich war dabei, mein Leben vollkommen zu zerstören, gesundheitlich, psychisch und seelisch. Auch die Beziehungen mit meiner Familie waren gescheitert. Am Ende hatte ich überhaupt keine Hoffnung mehr, dafür jede Menge Schulden und Probleme mit der Polizei. Was für ein Sinn sollte das Leben also noch für mich haben? Ich war bereit, mir mit einer Überdosis Heroin das Leben zu nehmen. Aber Gott wollte, dass ich lebe. Ich rief zu ihm: „Ey Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir aus diesem Elend heraus!“
Dieses Gebet ist jetzt 19 Jahre her. Mein Leben hat sich seitdem völlig verändert. Ich habe eine tolle Frau, mit der ich mittlerweile 15 Jahre verheiratet bin und zwei wundervolle Kinder. Das Tolle ist auch, dass ich bei der Arbeit meine Erfahrungen an Menschen weitergeben kann, die ebenso gefangen sind, wie ich es war. 

So wirkt sich der Glaube auf mein Leben aus:
In der Bibel heißt es: „Werdet stille und wartet auf ihn (Gott)“. In dieser Stille begegne ich dem lebendigen Gott, woraus ich positive Gedanken und Inspiration für meinen Alltag schöpfe.

Dieser Mensch hat mich besonders geprägt:
Ich finde Martin Luther voll  cool, weil er den Mut hatte, NEUES zu wagen. Dazu gehört Überwindung, ein großes Vertrauen und ein starker Glaube. 

Das begeistert mich an Jesus Christus besonders:
Jesus ist einfach STARK. Jesus ist einfach ANDERS. Jesus ist einfach JESUS.

In solchen Momenten fühle ich mich Gott besonders nah:
In einem Lied heißt es: „Jesus, niemand berührt mein Herz so wie du“. Diese Herzensberührungen sind die besonderen Augenblicke, die meinem Leben eine besondere Tiefe verleihen. Hier erfahre ich 
Vergebung, Heilung und Befreiung.

Darum ist mir Beten so wichtig:
Im Gebet habe ich täglich eine Audienz bei Gott, also bei der höchsten Instanz im ganzen Universum. Und bei Gott kann ich mein Herz ausschütten. Es gibt nichts Besseres, denn er nimmt mir alle meine 
Sorgen und Lasten. 

In dieser Situation hat Gott ganz konkret gewirkt:
Gott hat es geschafft, aus einem Drogenfreak wie mich einen ganz passablen Typen zu  machen.

Das ist mir an Gemeinde/Kirche wichtig:
Kirche ist der Ort, an dem so unterschiedliche Menschen zusammen kommen. Alle Nationen, alle Gesellschaftsschichten und Gruppen. Sie alle spiegeln Gottes Wesen und geben ihm ein Gesicht.

Das ist meine Lieblingsbibelstelle:
"Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache. Und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist." (1. Kor. 1, 27-29)

Das finde ich toll an Erfurt:
Ich finde Erfurt dynamisch, modern und Erfurt entwickelt sich immer weiter. 

Das ist mein Lieblingsplatz in Erfurt:
Das Steigerwaldstadion. Möge der „Fussball-Gott“ den RWE in großer Gnade in die 2.Liga schießen. :-)