Interview mit Gregor Arndt

Name: Arndt
Vorname: Gregor 
Beruf/Tätigkeit: Dompropst und Pfarrer am Erfurter Dom
Gemeinde: Erfurter Domgemeinde

Das bedeutet es mir, Christ zu sein:
Innerliche Weite und gesellschaftliche Freiheit, in der ich in der katholischen Kirche und in ökumenischer Gemeinschaft eine Heimat habe: zu Gott „Du“ sagen kann und in eine Kultur der gegenseitigen Hilfe eingebunden bin.

So bin ich Christ geworden:
Durch Nottaufe in einer Geburtsklinik in Jena. Taufe erarbeitet man sich eben nicht, sondern sie wird einem geschenkt. Alle anderen Stationen von Erstkommunion, Beichte, Firmung bis zur Priesterweihe bewegen sich zwischen eigenem Suchen und Mühen, den richtigen Menschen am entscheidenden Ort und Gottes Wegbegleitung.

Dieser Mensch hat mich besonders geprägt:
Pfarrer Georg Sterzinsky, der Pfarrer meiner Kindheit und Jugend in Jena, später Kardinal von Berlin.
   
Darum ist mir Beten so wichtig:
Ich bleibe einmal beim Tischgebet vor dem Essen: die Gaben der Schöpfung schenkt mir Gott, Veredeln oder versalzen ist mein Anteil. Das Gebet bewirkt Dankbarkeit, öffnet den Blick auf andere und ermutigt, weil ich nicht nur auf mich allein gestellt bin.

Das ist mir an Gemeinde/Kirche wichtig:
Eine gemeinsame Sprache im Gebet, in Liedern und im Gespräch, die Gott ins Spiel bringt.

Das bedeutet mir Ökumene:
Das innere Wissen um eine weltweite Vertrauensgemeinschaft und konkrete christliche Personen vor Ort.

Diese Person in der Bibel beeindruckt mich besonders:
Die „Bethanien-WG“ von Maria, Martha und Lazarus.

Das ist mein christliches Lieblingslied:
Der Kanon „Der Himmel geht über allen auf…“.

Das finde ich toll an Erfurt:
Eine „kleine“ Großstadt mit ihrer großen Vergangenheit, in der mir Meister Eckhardt am nächsten steht, ein Zentrum mit großer Kultur zwischen Domstufenfestspielen, „Herbstlese“ und der Universität, deren theologische Fakultät auf dem Domberg Heimat hat.
       
Das ist mein Lieblingsplatz in Erfurt:
Der Domberg in seiner Vielfalt an Menschen, Orten und Stimmungen.