Interview mit Charlotte Weber

Name: Weber
Vorname: Charlotte 
Beruf/Tätigkeit: Pfarrerin, Ökumenereferentin der EKM
Gemeinde: Erfurt-Bindersleben

Das bedeutet es mir, Christ zu sein:
Trost, Gewissheit, Gemeinschaft, Nachdenken, Zweifeln, Fühlen.

So bin ich Christ geworden:
Jeden Tag werde ich wieder neu Christin, entwickele ich mich im Glauben. Und wenn ich mich dabei mal wegbewege, zweifele oder gedankenlos werde, holt er mich zurück, der die Mitte meines Lebens ist. 

So wirkt sich der Glaube auf mein Leben aus:
Ein großes Thema für mich ist christliche Schöpfungsverantwortung. Ich versuche, meinen Lebensstil nachhaltiger zu gestalten (weniger Tierleid, weniger Plastik, weniger Wegwerfen). 

Das begeistert mich an Jesus Christus besonders:
... dass er bei aller Menschenliebe immer wieder provokant Gewissheiten in Frage stellt.

In solchen Momenten fühle ich mich Gott besonders nah:
Bei guter Musik (z.B. von Bach) und wenn mein kleiner Sohn berührende Fragen stellt. 

Das ist mir an Gemeinde/Kirche wichtig:
Ich denke, Glauben geht nicht allein. Wir brauchen einander, um uns gegenseitig Geschichten vom Glauben zu erzählen und Fragen zu stellen.

Das bedeutet mir Ökumene:
Ökumene ist ein vielfältiges Miteinander, in der die verschiedenen Menschen und Traditionen ihre Gaben einbringen. Die Gemeinsamkeiten bringen uns zusammen, dürfen aber nicht den Blick auf die Unterschiede verstellen. Wenn wir die Unterschiede als Gaben füreinander wahrnehmen, können wir miteinander wachsen. 

Das ist meine Lieblingsbibelstelle:
"Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." (2. Timotheus 1,7)

Diese Person in der Bibel beeindruckt mich besonders:
Maria – sie hat sich ganz für diese unglaubliche Geschichte geöffnet, ist den Weg Jesu mitgegangen, hat vieles nicht verstehen können, aber alles in ihrem Herzen bewegt. 

Das finde ich toll an Erfurt:
Das mittelalterliche Kleinstadt-Flair in einer großen und weltoffenen Stadt. 

Das ist mein Lieblingsplatz in Erfurt:
Der Platz hinter der Krämerbrücke und Klein-Venedig.